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| INFORMATIONEN | |
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Das Lachen Haitis - Georges AngladeNeunzig Miniaturen(litradukt Literatureditionen Manuela Zeilinger-Trier) ISBN-13: 978-3940435064 Referenz-Nr.: SP-326-917 Format: 22 X 17 Ausstattung: Broschiert Umfang: 312 Seiten Veröffentlicht: 3.12.2008 Erscheinungsort: Kehl Preis: 24,80 EUR inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten Verfügbarkeit: Lieferbar Lieferzeit: 2-3 Tage Zum Merkzettel hinzufügen Produkt weiterempfehlen Produktanfrage an den Aussteller senden Mehr über: Georges Anglade Mehr von: litradukt Literatureditionen Manuela Zeilinger-Trier Mehr in Produktgruppe: Buch Mehr aus Kategorie(n): Belletristik, Kurzgeschichten |
| BESCHREIBUNG |
| Georges Anglade, Wissenschaftler, Politiker und Schriftsteller legt mit "Das Lachen Haitis" sein literarisches Hauptwerk vor. 90 kurze Erzählungen in der Tradition der haitianischen Gattung der lodyans bilden ein Mosaik der ältesten Schwarzenrepublik der Welt, das die Provinz, die Hauptstadt und das Milieu der haitianischen Diaspora umfasst. Ein Werk voll hintergründigem Witz und tiefem Ernst, das einen stets neue Facetten der reichen Geschichte und Kultur des leidgeprüften kleinen Karibikstaates entdecken lässt. |
| LESEPROBE |
| Das Liebesgericht Die Sitzungen des Schwurgerichts begannen jedes Jahr in der ersten Ferienwoche, und der Gerichtssaal von Quina füllte sich mit Neugierigen, die gekommen waren, um die wehenden Robenärmel und sonstigen kühnen Schwünge der Anwälte von Anklage und Verteidigung zu bewundern. Sofern sie ein Jackett trugen, konnten fast vierzehnjährige Jugendliche wie ich sich hinten in den Saal schleichen oder sich an einem Fensterbrett aufstützen, um diese Liturgie von Männern in schwarzen Togen und weißen Jabots mit gewichtiger Miene und dicken Schweißperlen auf der Stirn zu verfolgen. (Es gab damals im Gerichtssaal von Quina noch keine Ventilatoren.) (Gibt es heutzutage Ventilatoren im Gerichtssaal von Quina?) Man erfuhr dort unglaubliche Dinge, von denen weder in der Schule noch zu Hause die Rede war. Noch nicht einmal unter Klassenkameraden. Und außerdem musste man langsam ernsthaft an die Berufswahl denken. Die Angeklagten waren oftmals Unbekannte aus den Bergen, abgerissen, zerlumpt, nur des Kreolischen mächtig, Bauern, verirrt … Sie dienten sichtlich nur als Vorwand für das Ritual der rhetorischen Gefechte. Außer dem auf Kreolisch verkündeten Urteilsspruch war alles für sie fremd und auf Französisch. Die Sitzungen des Schwurgerichts dauerten in Quina nur eine Woche, denn schließlich erforderten nie mehr als fünf Fälle pro Jahr diese Inszenierung, und es war örtliche Praxis, jeden Fall komplett an einem Tag zu erledigen. Der Erfolg dieses jährlichen Spektakels in Quina war so groß, dass man die Sitzplätze für die Autoritäten und wichtigen Persönlichkeiten der Stadt reservieren musste, welche alle kamen, um den später ausgiebig kommentierten Richtersprüchen beizuwohnen. Todesurteile waren nicht selten, sie waren es, die das meiste Geraune im Saal hervorriefen. Die Ehefrauen der Geschworenen jedes Falles hatten Vorrang bei den Plätzen in der ersten Reihe. Quina kam sich exemplarisch und sehr liberal vor, weil es dem schwachen Geschlecht – das damals weder gewählt werden noch wählen, noch Geschworener sein, noch sonst irgendetwas durfte – Beobachterinnenplätze anbot. Das kehrte in jeder Rede wieder, gleichgültig zu welchem Thema und zu welchem Anlass. Mit anderen Worten oft, denn es stimmt, dass einem in Quina wegen allem und jedem eine Rede um die Ohren gehauen wurde. Fünf Fälle sollten dieses Jahr noch verhandelt werden, und als ich am Vorabend für die Ferien aus Port-au-Prince anreiste, erfuhr ich abends bei Tisch, dass es in den ersten beiden um Frauen ging, die sich des Totschlags an Männern, die sie geliebt hatten, schuldig gemacht hatten. Das durfte ich nicht versäumen, denn Verbrechen aus Leidenschaft wurden in Quina zwar häufig vor Gericht gebracht, aber es standen dort selten Frauen. Ich kannte freilich alle Verbrechen aus Leidenschaft, die ein zehnjähriges Abonnement von „Historia“ seit Kriegsende in den Bücherregalen meines Vaters versammelt hatte, aber große Verbrecherinnen aus Fleisch und Lust, leibhaftige exzessiv Liebende, niemals! Ich erfuhr auch, dass ein junger Anwalt, der am Gericht seine Ausbildung absolvierte, wegen der Armut der ersten Angeklagten zum Pflichtverteidiger bestellt worden war und dass die andere sich dank des Erbes, das sie bei einem Freispruch erhalten würde, einen Verteidiger leisten konnte. Was die drei angeklagten Männer betraf, so waren sie wegen ihres banalen Geschlechts nicht einmal einen Kommentar wert. Es war so vielversprechend, dass ein Korrespondent der Zeitung La Garde des Cayes aus der Bezirkshauptstadt von meinem Onkel Loulou für zwei Tage zu uns nach Hause geschickt wurde, damit er für Auflage sorgte. Mein Onkel sagte über ihn, er sei eine Feder mit Zukunft. Er hieß Jacquot und schlief über mir im Etagenbett. Er war mir eine wertvolle Hilfe, um mich als Fotografenhelfer, der den mit einer Autobatterie gespeisten Scheinwerfer bediente, in den Saal einzuschleichen. Er sollte später den Fall so offen mit mir diskutieren, wie es kein Erwachsener aus der Familie bislang gemacht hatte. Es stimmt, dass ich älter wirkte und dass ich schon zwei Jahre im Internat in Port-au-Prince verbracht hatte. Der Fall vom Montag sah für die Verteidigung ganz nach unbeabsichtigter Tötung aus oder gar nach einer mitleidigen Geste, die ein schlimmes Ende genommen hatte. Die Todesursache war klar, der Mann war erhängt aufgefunden worden, aber die Umstände dieses Todes waren es weniger. Es handelte sich um einen älteren wohlhabenden Mann, der ein sehr junges Mädchen zur offiziellen Konkubine genommen und ihr ein bequemes Haus am Stadtrand eingerichtet hatte. Sie war noch minderjährig, würde das heutige Zivilgesetzbuch sagen, aber damals blieben die Frauen ihr Leben lang minderjährig. Die nachlassenden Kräfte des Siebzigjährigen sprachen auf die wenigen lokalen Rezepte auf der Basis von rumgetränkten Lianen nicht mehr an, und auch nicht auf die Fläschchen der sehr beliebten Apotheke Sostène in der Hauptstadt. Diese sollte ihren Namen einem brutalen Herzanfall geben, der nach Einnahme ihrer Tränke eintrat, der akuten Sostenitis. Anscheinend blieb dem Patienten kein Mittel mehr übrig, als sich aufzuhängen und sich sofort wieder zu befreien, wenn der erwünschte Blutzufluss eingetreten war. Den zahlreichen Zeugen zufolge hatte er sich mehrfach öffentlich mit dieser unfehlbaren Methode gebrüstet. Aber eines Tages kam es zum Unfall. Einem vorhersehbaren Unfall, wie die Verteidigung behauptete. Es war Mord, antwortete die Anklage, wegen einer finsteren Erbschaftsgeschichte. Die Beweisführung der Anklage war unerbittlich und auf solide Indizien gestützt. Ich gab der Kleinen, die nicht klug genug gewesen war, auf ein natürlicheres Ende ihres Protektors zu warten, nicht viele Chancen. Ich wähnte sie verloren. Aber der Verteidiger, ein Tenor des Gerichtssaales, der als Letzter sein Plädoyer hielt, machte aus der Extremlösung des Alten ein Melodram und spürte der Vermessenheit ihrer Ausführung in den kleinsten Details nach. Zusammen damit, dass es natürlich keine Zeugen der tödlichen Szene gab, führte dies zum Freispruch wegen vernünftigen Zweifels an ihrer Schuld. Ich hatte einen Gutteil des Abends damit verbracht, all das, was ich an diesem einen Montag gelernt hatte, in meinem Kopf zu sortieren und zu ordnen, während Jacquot sich an meinem Arbeitstisch mit seiner Kolumne herumschlug. Er hatte darauf bestanden, mir die Depesche vorzulesen, die er im Morgengrauen dem Fahrer des Lastwagens nach Les Cayes übergeben musste. Sein Artikel kam in der Dienstagabendausgabe des Blattes heraus, das auch am Donnerstag und am Samstag erschien. Er hatte mir gesagt, wie wichtig die Überschrift war, und unterstrichen, dass oft alles von einem guten Titel abhing. Nach einigem Zögern hatte er sich schließlich für „Die Ballade vom Gehängten“ entschieden. Ich lächelte. Sein Text enthielt jede Menge pikanter Details, von denen niemals die Rede gewesen war. Oder ich hatte sie nicht gehört. Ich machte ihn darauf aufmerksam. Wir sprachen lange über den Journalismus, den er an der Universität studierte, den er angesichts seiner Risiken jedoch zugunsten der Medizin aufzugeben erwog. Der Preis der Bravour war zu hoch. Er erzählte mir, dass das erste Opfer von Haitis Kriegseintritt nach Pearl Harbour am 7. Dezember 1941 ein Journalist und Radiokommentator gewesen war, ein hochriskanter vorgeschobener Posten, denn das letzte haitianische Kriegsopfer, gestorben am 4. Februar 1945, dem Tag der Konferenz von Jalta, war ein anderer Journalist, ebenfalls Radiokommentator. Die Präsidentenrede von 1941, improvisiert unter starken Emotionen, begann mit: „Die ganze Welt ist gewarnt, die ganze Nation weiß Bescheid, ich erkläre hiermit dem Japanischen Kaiserreich den Krieg.“ Lescot kam damit Roosevelts Rede zum Kriegseintritt der Vereinigten Staaten gegen die Achse um gute zwei Stunden zuvor. Der Präsident schloss mit den Worten: „Bald wird am Himmel über Berlin die haitianische Luftwaffe ihre Bahnen ziehen.“ Die Ansprache stand grammatisch mehr als einmal auf wackeligen Füßen, und der Journalist begann seinen Bericht mit der Schlagzeile „Der Präsident ist gegen die Achse – und gegen die Syntax“ und besiegelte seinen Sturz mit dem beruhigenden Hinweis auf die geringe Gefahr, die dem Präsidenten in diesem Krieg drohte: „Noch niemand ist daran gestorben, dass er sich lächerlich gemacht hat, Exzellenz.“ Daran, dass er sich lustig gemacht hat, allerdings schon. Das letzte Opfer wiederum beging sein Wort zu viel, als es 1945 auf dem Flughafen live die Rückkehr desselben Präsidenten von seiner Reise in die Vereinigten Staaten kommentierte: „Der Präsident steigt die Gangway hinunter, er trägt einen grauen Anzug und eine graue Krawatte; Schuhe, Hemd und Einstecktuch scheinen uns aus dieser Entfernung ebenfalls grau zu sein, ebenso wie der Hut … Insgesamt können wir sagen, dass ihm auf dieser Reise lediglich die gleichfarbigen Zellen gefehlt haben.“ Der Präsident hatte einen „marasa“, einen „Polkatanzpartner“, eine Fortsetzung seiner selbst, wie sie Präsidenten oft haben, einen Blutsbruder, wenn man so will, der oftmals Innenminister ist. An ihn wandte sich der damalige Chefredakteur der Morgenzeitung wutschäumend, um die sofortige Freilassung des letzten Verhafteten zu fordern. Auf der Titelseite war sechsspaltig zu lesen: „Der Blutbruder!“ Es war die letzte Ausgabe der Zeitung, die am selben Abend durch einen willkommenen Brand zerstört wurde. Ich wusste auch, dass mein Onkel, Direktor von „La Garde“ – das war eine ironische und gefährliche Anspielung auf die Garde von Haiti –, bereits zweimal im Gefängnis gesessen hatte. Alle sagten ihm voraus, dass er seinen dritten Gefängnisaufenthalt nicht überleben würde. Ich schlief nachdenklich ein in der Hoffnung, dass der zweite Tag ebenso reich an neuen Erkenntnissen sein würde. In dem Fall vom Dienstag ging es um die Vergiftung eines Haustyrannen, dem die Ehefrau zu guter Letzt, als sie nicht mehr konnte, eine tödliche Suppe zubereitet hatte. Die Sache war schon einige Jahre her und war nur ans Licht gekommen, weil die Krankenschwester, die das erforderliche Pulver geliefert hatte, auf dem Totenbett gestanden hatte. Um ihr schweres Gewissen zu erleichtern, hatte sie sich jedem anvertraut, der in die Nähe ihres Bettes kam, und noch bevor ihr Körper völlig erkaltet war, hatte sich die Nachricht überall in der Stadt herumgesprochen. Die Angeklagte war zusammengebrochen, und der Anwalt in Ausbildung unternahm lobenswerte Anstrengungen, um zu zeigen, dass die Witwenschaft, die Einsamkeit, die Armut und das Leben ohne Privatsphäre ihr verglichen mit dem „argumentum baculinum“ – schon wieder die rosa Seiten des „Petit Larousse“, denen das öffentliche Wort von Quina so viel verdankte – als ein friedlicher Hafen erschienen waren. Es stand ziemlich schlecht um seine klassische Verteidigung, als er den genialen Einfall hatte, die körperliche und seelische Qual der Frau durch eine Anweisung zu illustrieren, die es auf die Titelseite von La Garde bringen sollte: „Behalten Sie die Stellung bei!“ Diesen Schlachtruf stieß der Ehemann aus, wenn er eine Pose seiner Gattin anregend fand, vor allem, wenn sie bei ihren kleinen Haushaltspflichten unter den Tischen oder Betten Staub wischte. Jacquot lachte, dass er sich schier den Kiefer ausrenkte. Alle lachten mehr oder minder offen, trotz der Hammerschläge von Richter Pivergé, einem Mann, der niemals lachte, und seinen Drohungen, den Saal räumen zu lassen. Nun, da er sicher war, eine Goldader gefunden zu haben, ließ der Anwalt eine Serie von Illustrationen der These vom sexuell Besessenen los, wobei das unvermeidliche „Behalten Sie die Stellung bei!“ jedes Mal vom Publikum als Echo wiederholt wurde. Der Richter musste ihn mehrfach daran erinnern, dass er sich in einem Gerichtssaal und nicht auf einer Lustspielbühne befand. „Um nicht noch mehr zu sagen“, fügte er hinzu, denn die Verteidigung trug noch dicker auf. Den Geschworenen fiel das Ernstbleiben genauso schwer wie allen anderen. Nur der Richter blieb ungerührt. Der Freispruch folgte. Ti-Michel hatte bei seinem ersten Fall erprobt, was in einem Schwurgericht ein Bonmot anstelle einer legitimen Verteidigung ausrichten konnte. Dies war die mürrische Schlussbemerkung des Richters nach Verlesen des Beschlusses der Jury. Die Stadt belebte sich mit Menschenaufläufen an den Straßenecken. Ich war hin- und hergerissen, unfähig zu entscheiden, welches Werkzeug, die Schnauze des Anwalts im Schwurgericht oder die Feder des Journalisten, am faszinierendsten, am wirksamsten war. Bei diesem Abendessen diskutierten wir endlos, mit dem Schwung einer neuen beratenden Jury, über die Urteilssprüche. Meine älteste Schwester, die mit Beginn des Studienjahres im Oktober an der medizinischen Fakultät studieren wollte, hatte an allen Verhandlungen teilnehmen wollen, aber das war nicht wirklich etwas für unverheiratete Mädchen. Jacquot aß ein letztes Mal mit uns, bevor er wieder den Lastwagen nach Les Cayes bestieg. Irgendetwas in seinem Verhalten hatte sich indessen verändert, er wirkte zurückhaltender, fast schon gezwungen und ganz sicher weniger gesprächig. Und was waren das für verstohlene Blicke, die er meiner Schwester hin und wieder zuwarf? Auch sie war ganz komisch! Mein Doc von Schwager wird lächeln, wenn er diesen Text liest. Ich hätte mich gefreut, wenn Onkel Loulou ihn auch hätte lesen können, aber er sollte seinen dritten Gefängnisaufenthalt nicht überleben. |
| PRESSE |
| Zwischen Voodoo, Erdbeereis und Folter Schwarzer Humor und eine apokalyptische Realität prägen "Das Lachen Haitis". Unter diesem Titel hat Georges Anglade, 1944 in Haiti geboren, 90 Kurzgeschichten versammelt. Anglade gehört zu den wichtigen literarischen und politischen Stimmen Haitis. [...] 2007 erschien eine Novelle von ihm auf Deutsch mit dem Titel "Wenn Haiti den USA den Krieg erklärt ?" Jetzt stellt der litraduct Verlag ein neues Buch von Anglade vor: "Das Lachen Haitis. Neunzig Miniaturen", eine Auswahl aus vier Erzählbänden, die Anglade in den letzten zehn Jahren in Kanada veröffentlicht hat. [...] Die Clous der Storys versetzen den Leser regelmäßig in Schockstarre. Anglades Stil hingegen ist stets strahlend und von Lebensfreude und Witz geprägt, elegant und sinnlich - "eine Landschaft, schön wie am Morgen der Schöpfung, abgeschlossen wie in einem Heiligtum". Anglade erzählt in einem verzaubernden Plauderton, der typisch ist für die Literatur Haitis, "lodyan" genannt. Technisch folgen aber auch die "lodyans" dem Schema der klassischen Kurzgeschichte: Idylle, Exposition, Eskalation und Clou, wie zum Beispiel in der Geschichte "Der Comicstrip". Sie beginnt in der Beschaulichkeit einer Abiturklasse. Der Protagonist liebt Comics, Asterix und Obelix, Timm und Struppi, aber das letzte Bild löst wiederum Verstörung aus: "ein Comicstrip auf der Netzhaut eines zu Tode Gefolterten." Keine der 90 Geschichten zeigt auch nur einen Moment literarische Schwächen, im Gegenteil, eine ist besser als die andere. Anglades Sprache gleitet, mal poetisch und märchenhaft, dann wieder modern und eigenwillig expressionistisch: "Empörungsstoff", "Diktaturgrammatik", oder "Knast erfahren wie einen Auto Crash". Anglades Stil ist voller Licht und Charme, und er zeigt sich als Meister der Beschreibung und genauster Beobachtung. "Das Lachen Haitis" zu lesen, rührt an die tiefsten Gründe und Abgründe des Menschlichen und Allzumenschlichen. Anglade ist ein wirklich großer Schriftsteller, und seine Geschichten sind traurig, aber wunderschön. (Lutz Bunk, Deutschlandradio Kultur) |
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