» Produktverzeichnis » Hörbuch » Der Blick nach Oben
Nachfolgend finden Sie alle bereitgestellten Informationen für das gewählte Produkt. Neben einer ausführlichen Beschreibung und Zusatzinformationen können auch Presseberichte und zusätzliche Dateien zum Download vorhanden sein.
| INFORMATIONEN | |
|
Der Blick nach Oben - Killian Johannson(KardesH-verlAg) ISBN-10: 3-938314-04-4 ISBN-13: 978-3-938314-04-3 Referenz-Nr.: SP-77-313 Ausstattung: 2 Cd´s • 119 Min. Umfang: 2 Cd´s • 119 Min. Veröffentlicht: 2006 Erscheinungsort: Flensburg Preis: 12,00 EUR inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten Verfügbarkeit: Lieferbar Lieferzeit: 2-3 Tage Zum Merkzettel hinzufügen Produkt weiterempfehlen Produktanfrage an den Aussteller senden Mehr über: Killian Johannson Mehr von: KardesH-verlAg Mehr in Produktgruppe: Hörbuch Mehr aus Kategorie(n): Erzählungen |
| BESCHREIBUNG |
| Ein Mann verliert seine Frau. Diese Trennung kann er nicht verarbeiten. Er flüchtet sich immer weiter in eine Traumwelt, wobei er die Realität völlig aus den Augen verliert. Am Ende stellt er fest, dass seine Realität und sein Leben Platz in einem Raum finden und Fliehen nicht der Weg ist, der Hoffnungslosigkeit zu entkommen. |
| LESEPROBE |
| Doch mir selbst konnte ich in diesem Moment nicht weiterhelfen. Es war schwierig, sich diese leeren Phrasen selbst zu verkaufen. Vermutlich wären sie gehaltvoller und glaubwürdiger gewesen, wenn sie von jemand anderem gekommen wären. Aber eigentlich sind sie immer Scheiße. So verhallten sie völlig leer in meinem Kopf. Es musste weitergehen. Es ging weiter. Wie viel Zeit hatte ich bis jetzt schon verloren, die ich eingesperrt und isoliert verbracht hatte, nur um diese Beziehung zu retten? Ich hatte hier einen Job zu erledigen, dafür wurde ich bezahlt. Alles andere würde einzig die Zeit heilen. Ich stellte die Dusche aus, trocknete mich ab und zog mich wieder an. Ein frisches Gefühl durchlief mich und ich wollte mich auf die Fahrt am nächsten Tag freuen. Die Motivation tanken, die ich so dringend benötigte. Ich verließ den Waschraum und machte mich auf den Weg zurück zum Schiff. Es war kein Mensch mehr unterwegs. Ich sah in einigen der kleineren Boote Lichter brennen und hörte vereinzelt Stimmen und Gelächter, die aus dem Inneren der Boote drangen. Ich kletterte auf das Schiff und ging nach hinten in meine Kabine. Warf mein Waschzeug und das Handtuch auf den Tisch und ging dann in die Kombüse. Ich hatte Durst. In einem der Kühlschränke fand ich ein paar Flaschen Bier und nahm mir eine der Flaschen heraus. Ich trat auf das Achterdeck. Ein kalter Ostwind pfiff um das Schiff. Das Klaufall des Besanmastes schlug im Takt zu den einsetzenden Böen an den Mast. Der Himmel war vollständig bewölkt, ich konnte keine Sterne sehen. Ich schloss den Kragen meiner Jacke und setzte mich vor das windgeschützte Steuerrad. Das achterliche Deckhaus bot eine gute Windabdeckung. Ich suchte immer noch nach der Motivation für die morgige Reise. Kämpfte mit meinen Gedanken und wollte einfach nur verdrängen. Mir fehlte ein Schalter, den man einfach umlegt und dann funktionieren kann, den ganzen Rest vergisst. Ich trank den letzten Schluck aus der Flasche Bier, stand auf und ging zur Reling. Ich sah hinunter auf die Fender, die sich gleichmäßig im Takt der auf die Schiffswand treffenden Wellen an der Hafenmauer und dem Schiff abrieben. Für einen Moment riss die Wolkendecke auf und gab den Blick auf die Sterne frei. Meine Gedanken fingen bei diesem Anblick zu wandern an. Sie gingen zurück und stellten mir ununterbrochen dieselbe Frage. Aber diese Frage wollte ich nicht hören. So wandte ich mich ab und ging wieder in die Kombüse, nahm mir ein weiteres Bier. Das Bier schmeckte etwas fad, aber die Kälte machte es fast vergessen. Ich hockte mich wieder vor das Steuerrad, steckte meine Hände tief in die Jackentaschen und horchte in die Nacht. Lauschte dem fast gleichmäßigen Schlagen der Fallen, dem Knarren der Blöcke, die schwer unter der Kraft des einsetzenden Windes arbeiteten. Die Wellen drückten nur leicht gegen die Bordwand, ihre Kraft abgeschwächt durch die schützende Lage des Hafens. Ich atmete ruhiger und langsamer, spürte wie die Kälte unwichtiger wurde und ich mich völlig entspannte. |
Zurück zur letzten Seite gelangen Sie über die Back- bzw. Zurück-Schaltfläche Ihres Browsers.