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| INFORMATIONEN | |
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Killroy - Michael SchönauerVom Vagabundieren und andere Geschichten der Straße(Bench Press Publishing/bpP) ISBN-13: 978-3-933649-06-5 Referenz-Nr.: SP-43-269 Format: 12,5 x 18 cm Auflage: 1. Auflage Gewicht: 0.182 kg Ausstattung: TB Umfang: 150 Seiten Veröffentlicht: 1999 Erscheinungsort: Grabenstetten Preis: 10,00 EUR inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten Verfügbarkeit: Lieferbar Lieferzeit: 1-2 Tage Zum Merkzettel hinzufügen Produkt weiterempfehlen Produktanfrage an den Aussteller senden Mehr über: Michael Schönauer Mehr von: Bench Press Publishing/bpP Mehr in Produktgruppe: Buch Mehr aus Kategorie(n): Belletristik |
| BESCHREIBUNG |
| Kurzgeschichten: Die Protagonisten sind meist Herumtreiber. Leute, die aus unterschiedlichen Gründen an gebrochenen Herzen laborieren. Schauplatz und Plot sind die Straße, das Unterwegssein, die Weite zwischen Abenteuer und Verlorensein. Sei es auf schweren Güterzügen runter in den Süden Mexicos, bei der Olivenernte auf Kreta oder im tunesischen Bergland. Gemein ist vielen Handelnden der Wesenszug einer „stiernackigen Ruhelosigkeit“. (Jörg André Dahlmeyer / junge Welt) |
| INHALTSVERZEICHNIS |
| - Wen interessiert das schon (?) - Das war die große Orangen-Freiheit neunzehnhundertzweiundachtzig - Als Arbeiter M die Freiheit fand - Epilog - Die Bestie & Jerom, oder... - Killroy. Geschichten von verlorenen Herzen & geheilten Trinkern. - Killroys Müßiggang - Killroys erster Alptraum - Killroy erfährt etwas über sein Wesen - Killroys Heimsuchun - Key West - Welcome To Hotel Oxford, Al-Kahira, Talaat Harb - Der Schuß - Zur Warnung an M, daß er es nicht übertreibe - Das magnetische Licht - Jeunesse Dorée - Übers elysäische Feld hinkt ein gestürzter Engel - Belize |
| LESEPROBE |
| Man sah es ihm an, daß er noch nicht allzulange unterwegs war. Zu fein im Antlitz, bald knabenhaft. Und in einer übertriebenen Gründlichkeit hielt er mit einer abgebrochenen Messerklinge die Fingernägel sauber. Es widerte ihn regelrecht an, nur daran zu denken, wie sich langsam der Dreck unter den Nägeln festsetzt und sie mit der Zeit aus dem Nagelbett hebt. Seinen Aufzug hielt er ordentlich, vermied es wohl, sich in stinkige Lumpen zu kleiden; da zeigte er sich schon fraulich. Ein von der Straße pockennarbig gezeichnetes Gesicht würde ihn für immer unversöhnlich machen. Da schwitzte Antonio bald unruhig, wenn er sich unter den <Kindern der Straße> umsah. Wie gesagt, Antonio war noch nicht allzulang auf <Platte>, aber gefuchst genug, um tagelang über Eisenbahn(er)gelände zu streichen. Auf schweren Güterzügen runter in den Süden Mexikos. Und in den Markthallen der Städte gibt’s genug für ‘ne schnelle Hand - ni chicha ni limonada - e g a l; jedenfalls hungern würde er nicht, und sonst halt Angefaultes aufgelesen. Das bißchen Münzgeld und einige abgegriffene Scheine hielt Antonio, in eine Papiertüte gerollt, zusammen, die er tief in den Hosensack grub. Hin und wieder zog er das Geld für Kaffee und gesüßtes Weißbrot heraus, oder auch mal für eine Flasche Wein, vornehmlich einen schweren Roten. Den Geschmack am Wein hat er erst jüngst gefunden, wohl vom Großvater erblich vorbelastet, der in seinem Heimatdorf selbst Reben zog und dem Wein nicht nur bei Tische reichlich zusprach. Oder er bezahlte für eine Nacht in einer dieser billigen Absteigen, voll von Landarbeitern & Huren, und schenkte sich den Tag; auf durchgelegener Matratze in den nächsten Tag hineingedöst. Gerade seiner feinen Statur zum Trotz, suchte Antonio das Leben auf der Straße. Ihm würde das Gesicht schon kantig und der Flaum stoppelig. Und die Geschichten vagabundierender <Hobos> steckten in seinem Kopf, wie <Chicken-Georges> Hühnerfedern am verblichenen Stirnband. Zu den kargen Wüsten der Sierra Madre entwickelte er seit Kinderzeiten eine eigentümliche Liebe. Dem ausgebrannten Ocker der wilden Schluchten, der Weite zwischen Abenteuer & Verlorensein über den karstigen Hochflächen galt seine Faszination. Dort in den Bergen wollte er frei sein. Wo seit Jahrtausenden die Tarahumaras mit Gleichmut dem mühsamen Tagwerk begegnen. Dort, wo die Sonne schon längst den Boden ausgebrannt hat, doch nicht den Glauben & die Kraft dieses Indianerstammes. So stolz wollte er auch in die Sonne blicken können. Es muß wohl das karge Leben vergessen machen; unter feixenden Kindern, mit Coyoten gebalgt, oder auch nur zur Mittagszeit an Schattenmauern gelehnt, in das lachende Gesicht einer jungen Mutter geschaut ... aber, das kannte Antonio nur von Bildern und aus Erzählungen. |
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