» AUF EINEN BLICK
» Neuzugänge
Übersicht der Produkte, die neu in unserer Datenbank sind.
» Ausstellerverzeichnis
Gezielt auf die Angebote einzelner Aussteller und Hersteller zugreifen.
» Produktverzeichnis
Übersicht der Produkte nach Produktgruppen und Produktkategorien sortiert.
» Urheberverzeichnis
Gezielt auf die Produkte einzelner Autoren, Künstler und Urheber zugreifen.
» Erweiterte Suche
Die erweiterte Suche bietet einfache und effektive Suchwerkzeuge.


» AKTUELLES
» Newsletter & RSS
Abonnieren Sie unseren
E-Mail-Newsletter oder unsere RSS-Angebote mit aktuellen Informationen.


» INFORMATIONEN
» Presse
» Kontakt
» Impressum
» Nutzungsbedingungen
» Datenschutzhinweise

» Produktverzeichnis » Buch » Zwischen Kuhschnappel und der Thebaischen Wüste

Nachfolgend finden Sie alle bereitgestellten Informationen für das gewählte Produkt. Neben einer ausführlichen Beschreibung und Zusatzinformationen können auch Presseberichte und zusätzliche Dateien zum Download vorhanden sein.

INFORMATIONEN
Zwischen Kuhschnappel und der Thebaischen Wüste

Zwischen Kuhschnappel und der Thebaischen Wüste - Klaus Gasseleder (Hrsg.)


Neue Blicke auf die Literatur in Franken


Übernahme aus dem Vetter-Verlag, Geldersheim
(wildleser-Verlag Klaus Gasseleder)

ISBN-13: 978-3-923611-23-2
Referenz-Nr.: SP-547-1169
Format: 14x21
Auflage: 1
Gewicht: 0.210 kg
Ausstattung: paperback
Umfang: 294 Seiten
Veröffentlicht: 2007
Erscheinungsort: Geldersheim
Preis: 18,00 EUR inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten
Rabatt: 10,80 EUR
ab Stückzahl: 1
Verfügbarkeit: Lieferbar
Lieferzeit: 3-5 Tage

Zum Merkzettel hinzufügen
Produkt weiterempfehlen
Produktanfrage an den Aussteller senden

Mehr über: Klaus Gasseleder
Mehr von: wildleser-Verlag Klaus Gasseleder
Mehr in Produktgruppe: Buch
Mehr aus Kategorie(n): Sprache & Literatur, Reise & Regionales


BESCHREIBUNG
in diesem Band vereint der ausgewiesene Kenner fränkischer Literaturgeschichte Klaus Gasseleder Vorträge, Rundfunktexte, Essays und Glossen zur Literatur in Franken in Gegenwart und Vergangenheit. Behandelt werden in lockerer Form Aspekte aus den Werken und Biographien u.a. von Friedrich Rückert, Jean Paul, der fränkischen Mundartliteratur usw.


INHALTSVERZEICHNIS
Des jungen Hölderlin fränkischer Aufenthalt.
Im "Erziehdörfchen Joditz"
Friedrich Schiller hinter NATO-Draht
B*** oder die Thebaische Wüste (E.T.A. Hoffmann)
Weite Wege (Platen, Rückert, Jean paul)
Friedrich Rückert als ein Vorläufer der Moderne?
Was mir nicht gesungen, ist mir nicht gelebet (Rückert)
Ein Poet, der umsunst gelebt hat (Panizza)
Michael Georg Conrad: Kraftmeier, Literat und Heimatdichter
Fremd am Main (Italo Svevo)
Jakob Wassermann als Jude, Deutscher und Franke
Lehrermord in Würzburg (leonhard Frank)
Franken als Wiege der kritischen Theorie (Adorno, Benjamin)
Erinnerungslosigkeit (W.G. Sebald)
Der Steinsburg kahl Glatze (Uz, Walter Werner, Gerlach, Helga M. Novak)
Die Ballade von der Minenwippe (Helga M. Novak)
Seines Alters beraubt (Hans Wollschläger)
Einige Schauplätze der Nachkriegsliteratur in Franken (u.a. Paul Nizon)
Fränkische Kleinstadtnotizen
Fränkische Dorfbilder
Zur fränkischen und südthüringischen Mundartdichtung der Gegenwart
Einige Bemerkungen zur Dialektdichtung
Außenseiter im Literaturbetrieb. Wortraum Winterhausen und Verlag Peter Engstler
Bemerkungen zu einem Satz von Max von Aufsess
Einge persönliche Bemerkungen über eine Lobrede auf Franken.


PRESSE
Klaus Gasseleder: Zwischen Kuhschnappel und der Thebaischen Wüste. Neue Blicke auf die Literatur in Franken
Der wichtige Sammelband von Klaus Gasseleder, der einige seiner Rundfunkbeiträge, Artikel für Zeitschriften, Vorträge, extra für die Veröffentlichung geschriebene Arbeiten zusammenfasst, ist mehr als ein kritischer Blick auf die Literatur in Franken. Es sind vielfältige Blicke auf Franken, auf Literatenleben in Franken, auf Dörfer, Kleinstädte und Lebenswelten in fränkischen Landen. Der Autor verweigert sich jeglicher Lobhudelei auf Franken, auf den oder die Franken, Franken wird als erzeugtes Konstrukt entlarvt, dekonstruiert. Gasseleder ist allerdings kein Frankenverachter, sondern es tritt die paradoxe Situation des wissenden Frankenkenners auf, der sich nicht in einer Heimat voller (falscher) Freunde ersticken läßt, sondern immer wieder distanziert das fränkische Sujet anschreibt, bearbeitet, in seinen Widersprüchen offen legt und damit mehr für Franken, für die Literatur in Franken erreicht, als jeder das Fränkische Hochleben-Lassende.
Was ist Franken, was macht Franken zu Franken, was macht den Franken zum Franken? Fragen, die Gasseleder tief einschneidend angeht. Er lockt gern den Stachel gegen eingeschliffene Frankenbilder, festgefahrene Selbstbilder und immer wieder wiederholte Allgemeinplatze des Fränkischen (an sich). Es gibt zwar die vielfachen fränkischen Dialekte, aber was und wo ist Franken? Ist es etwa nur die durch die bayerische Obrigkeit definierte Verdrittelung in Ober-, Mittel- und Unterfranken? Da bleiben die Franken außerhalb Bayerns außen vor! Was ist das Gemeinsame von Wein- und Bierfranken? Nicht einmal die Bratwurst? Aus der Vielfalt der fränkischen Landschaften, der naturbürtigen Ausstattungen und der landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsweisen ergibt sich nicht die fränkische Identität. Gezielt weist Gasseleder auch bei den oft als Beispiel für fränkische Architektur gepriesenen Bauten von Balthasar Neumann hin, dass dieser aus dem Egerland stammte, auch wenn er im Würzburger Umkreise seine Akzente setzte.
Gibt es eine fränkische Literatur oder ist es eher Literatur in Franken? Gasseleder wendet sich gegen eine fränkische Identität, gegen eine fränkische Literaturgattung. Leicht hatten es die Literaten in Franken nicht, wie Gasseleder am Beispiel des 1853 in Bad Kissingen geborenen Oskar Panizza offen legt, der mit dem bayerischen Staat und dem Kaiserreich scharf ins literarische Gericht ging, den altgläubigen Katholizismus immer wieder engagiert angriff, was ihm wiederholt die staatliche Verfolgung und die Einweisung in die Psychiatrie einbrachte. Trotz Panizza lobender Stimmen von Kurt Tucholsky, Walter Benjamin, Theodor Fontane oder Feiner Müller verweigerte sich der CSU-Oberbürgermeister von Bad Kissingen dem angetragenen Anliegen, nach dem vergessenen Sohn der Stadt eine Straße zu benennen, mit der Antwort, daß man einem Gotteslästerer keine Straße widmen könne. Eine für weitere Autoren in Franken vergleichbare Entwicklung zeichnet Gasseleder bei dem aus Gnodstadt bei Marktbreit stammenden Dichter Michael Georg Conrad nach, der zunächst eine Lehrerlaufbahn einschlug. Den Werken Emile Zolas, dem Naturalismus zugetan, verfaßte Conrad einige Erzählungen und Novellen, war er bei den Liberalen aktiv, gründete er die Gesellschaft für modernes Leben. Mit zunehmenden antisemitischen Tönen, verstärkter Großstadtfeindlichkeit wandte er sich der Heimatkunstbewegung zu (Roman Der Herrgott am Grenzstein, 1904) und versank dann - wie Gasseleder urteilt - „gänzlich zum epigonalen, national gestimmten Provinzautor" herab, mit Blut und Boden Gedanken durchtränkt. Den Aufprall von städtisch geprägter Urbanität und dörflichem Eigensinn beleuchtet Gasselder in der Analyse der „Ballade von der Minenwippe". Die Lyrikerin Helga M. Novak, einige Jahre in einem unterfränkischen Dorf wohnend, nahe der Grenze zur damaligen DDR, erlebte während der Fußballweltmeisterschaft 1974 die Fremdenfeindlichkeit des Dorfes, indem einer Person, mit ihr wohnend, von betrunkenen Dorfwirtschaftsgängern angedroht wurde angesichts einer zu geringen emotionalen Betroffenheit am Tag der 0:1 Niederlage gegen die DDR, mit ihm Minenwippe zu spielen, das heißt, ihn über die Grenze in den Minenstreifen zu werfen. Die Verarbeitung des Vorgangs in einem Hörstück, das im Bayerischen Fernsehen gesendet wurde, erregte den Protest eines Heimatpflegers, eines Journalisten und des Landrats, während den Dorfbewohnern die Sendung wohl entgangen war. Schon Jean Paul klagte, dass die Seitenhiebe, die er in seinen Werken Hof versetzte, von den Hofern wohl überhaupt noch nicht gelesen worden waren. Gasseleder weist daraufhin, das neben dem dörflichen Unverständnis über die zugereisten Städter ein Nichtverständnis der Städter für die einheimische Bevölkerung zu konstatieren sei, wie z. B. der pauschalisierte Faschismusverdacht, Er plädiert dafür, im dörflichen Leben die unterschiedlichen Dorfkulturen zu akzeptieren und zu vermitteln zu versuchen. Wenig Glück hatte auch Friedrich Hölderlin als Junglehrer im unterfränkischen Waltershausen, wo er im Schloss derer von Kalb den zunehmend störrischen Sohn erziehen sollte, daran pädagogisch scheiterte, da er wohl lieber seinen dichterischen Neigungen nachgekommen wäre. Der dichterische Ertrag seiner Zeit in Franken blieb so gering.
Als literarischer Spazierungswissenschaftler zeigt sich Gasseleder bei der Betrachtung von August Graf von Platen, Jean Paul und Friedrich Rückert, die sich als sehr lauffähig erweisen, jenseits der stilisierten Stubenhockerei und beachtliche Tagesstrecken hinter sich bringen, die Gasseleder fast minutiös nachzeichnet, so daß man heute fast Dichterwege anlegen könnte. Gehen, Spazierengehen, Flanieren, Wandern, die Verlangsamung der Bewegung ist gleichzeitig auch Quelle genaueren Hinsehens und Nachdenkens über das gerade Gesehene, die der raschen Verflüchtigung des kurzen Augenblicks entgegenwirkt. Von Platen kreuzt dabei auch mehrfach den tauberfränkischen Raum. Dem fränkischen Dorf im Roman und in der Mundart widmet sich Gasseleder in einigen Aufsätzen, dabei auch den hohenlohischen Autor Gottlob Haag erwähnend, unter anderem wegen seiner mundartlichen Beschäftigung mit der Zeit des Nationalsozialismus. Dass das System der fränkischen Kleinstadt nicht ausstirbt, untersucht Gasseleder in seinen fränkischen Kleinstadtnotizen. Er bescheinigt den Kleinstädten eine erstaunliche Flexibilität „Neues aufzunehmen und dem alten einzuverleiben". „Längst stimmen die so liebgewordenen Zuordnungen von Stadt und Land, Metropole und Peripherie nicht mehr, sondern es ist ein vielfaches Nebeneinander verschiedener Lebensstile entstanden, wobei das äußere Erscheinungsbild der kleinen Stadt, ihre Größe, ihr Alter, ihre soziale Struktur, ja auch ihre regionale Zugehörigkeit eine immer geringere Rolle spielt." Eine zentrale Position in diesem Aufsatz nimmt das Vor-Bild aller Kleinstädte Rothenburg ein, deren Entdeckung Gasseleder zitatreich dokumentiert. Die heutige Kleinstadt positioniert er zwischen Provinz und globalem Dorf. Sollte nicht auch von der globalen Kleinstadt gesprochen werden, fragt Gasseleder. Einen wichtigen Aspekt der literarischen Betrachtung der fränkischen Kleinstädten wirft Gasseleder noch auf: „Nahezu alle Kleinstadt-Geschichten Frankens spielen, wenn nicht im 19. Jahrhundert, dann zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg und den ersten danach." Eine Vernachlässigung, die angesichts des vollzogenen Wandels der Kleinstädte nach 1945 kaum verständlich ist.
Diesen Band nimmt man immer wieder gerne in die Hand, denn dank des Sammelbandcharakters läßt sich in ihm blättern und selektiv lesen, neu ansetzen zur Lektüre. Leider hat der Autor angekündigt, mit diesem Band seine Beschäftigung mit fränkischen Themen abschließen zu wollen. Ein echter Verlust für Franken zeichnet sich damit ab, denn wenn die Gasselederschen Miniaturen sich auch gegen eine fränkische Identität wenden, sie helfen dabei, sich mit dem Fränkischen in seiner Vielfalt zu identifizieren, kritische Blicke auf Franken zu werfen, Geschichte und Geschichten in Franken verstehen zu lernen. Da Gasseleder sich bisher wesentlich - bis auf wenige Ausnahmen - auf das bayerische Franken konzentrierte, fehlen die Gasselederschen Streifzüge in das badische und württembergische Franken, die sich sicherlich noch gelohnt hätten.(Pro-Regio-Online.10.3.2008)

Suche nach dem fränkischen Ich
Aufsätze über Literaturund Autoren aus Franken
Literatur in Franken war und ist nicht selten der Versuch einer Selbstheilung, ist ein Mittel gegen Minderwertigkeitskomplexe,gegen die gefühlte odertatsächliche Marginalisierung.Dass daraus nicht nur allerlei Kurioses entstand, sondern auch viel Originelles, beleuchtet der Erlanger Autor Klaus Gasseleder in Aufsätzen und Essays zur regionalen Literatur.Von Friedrich Rückert stammt der Satz: „Was mir nicht gesungen ist, das ist mir nicht gelebet“ Gasseleder erklärt den eigenbrötlerischen Franken Rückert zumVorläufer der Moderne, zu einem vom Geist seiner Zeit weitgehend Distanzierten, dessen Dichtung vor allem ein alternativer Lebensentwurf war. Um Ähnliches haben sich fränkische Autoren immer wieder bemüht. August von Platen schuf sich dichtend ein ideales alter ego. Die Suche nach dem „wahren Ich" ist schriftstellerisches Leitmotiv von Jean Paul, Oskar Panizza, Jakob Wassermann oder Leonhard Frank. Ist vielleicht die permanente Identitätskrise ein echt fränkischer Charakterzug?
Wie auch immer: Tatsächlich wurde nicht nur manche fränkische Biografie dichterisch überarbeitet, sondern ebenso häufig das Bild der heimatlichen Provinz. An der Verklärung Frankens zur zeitlosen Idylle beteiligten sich neben bekennenden Heimatschriftstellernauch unzweifelhaft weltläufige d kritische Geister. Gasseleder nennt unter anderen den Philosophen und Soziologen Theodor W.Adorno, den Politiker Thomas Dehler sowie den Kirchenkritiker Karlheinz Deschner. Letzterer veröffentlichte 1989 ein Buch mit dem für die ganze Richtung programmatischen Titel: Dornrös-
chenträume undStallgeruch.Über Franken, die Landschaft meines Lebens."
/ Nürnberger Nachrichten- Feuilleton-redaktion, 16.1.2008.



Zurück zur letzten Seite gelangen Sie über die Back- bzw. Zurück-Schaltfläche Ihres Browsers.