» Produktverzeichnis » Buch » Schöner Irrsinn - Die Ahnung von der Unvollkommenheit
Nachfolgend finden Sie alle bereitgestellten Informationen für das gewählte Produkt. Neben einer ausführlichen Beschreibung und Zusatzinformationen können auch Presseberichte und zusätzliche Dateien zum Download vorhanden sein.
| INFORMATIONEN | |
|
Schöner Irrsinn - Die Ahnung von der Unvollkommenheit - Felix Wetzel, Enrico Keydel (Hrsg.)Kurzgeschichten, Erzählungen, Begebenheiten(worthandel : verlag) ISBN-13: 978-3-935259-18-7 EAN: 978-3-935259-18-7 Referenz-Nr.: SP-381-1164 Format: 13x21cm Ausstattung: Taschenbuch Umfang: 170 Seiten Veröffentlicht: 15. Juni 2010 Erscheinungsort: Dresden Preis: 14,90 EUR inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten Verfügbarkeit: Lieferbar Lieferzeit: 2-3 Tage Zum Merkzettel hinzufügen Produkt weiterempfehlen Produktanfrage an den Aussteller senden Hier klicken zur Bestellseite des worthandel : verlag Mehr über: Felix Wetzel, Enrico Keydel Mehr von: worthandel : verlag Mehr in Produktgruppe: Buch Mehr aus Kategorie(n): Belletristik, Kurzgeschichten, Ratgeber & Lebenshilfe |
| BESCHREIBUNG |
| Wetzel ist ein Wortakrobat. Es gelingt ihm, alltägliche Situationen mit einfachen Sätzen aus einer seltenen Perspektive zu beschreiben. Und alle Texte handeln auch irgendwie von Liebe, sei es zu einer verstorbenen Freundin aus der Kindheit, zu einer Tante oder auch einem Raum der Stille. - Bitte lesen Sie selbst unsere kostenfreie Leseprobe! |
|
| INHALTSVERZEICHNIS |
| 38 anspruchsvolle Texte über Leben, Liebe und eine andere Perspektive auf die Dinge |
| LESEPROBE |
| "Immer abends sitz ich an deinem Bett. Das heiß immer dann, wenn mich das Büro früh genug ausgespuckt hat und ich wieder zu mir selbst zurückkehren kann, noch bevor aller Tage Abend ist. Dann sing ich dir ein Lied oder du singst mir eins. Und dann erzählst du, mit wem du gespielt hast heute und wie deine Plüschtiere heißen. Unterhaltungen mit dir sind so anders. Du fragst nicht nach mir. Du willst nicht wissen, wie mein Tag war. Du siehst nicht die Augenringe um meine Brust und weißt nicht, wie eng sie sitzen. Du fragst nicht, warum ich dich so anschaue. Du erzählst mir, dass du heute Spinat gegessen hast. Und ich nehm es dir nicht übel, dass du nicht nach mir fragst. Ich nehm dich lieber auf den Arm. Ich beschütze dich vor dem Übel da draußen und halte einfach die Klappe. Oder singe noch mal ein Lied, wenn du das willst. Und bevor ich gehe, fragst du immer, wer morgen früh da sein wird. Und dann sagst du, dass ich da sein werde. Und ich stimme dir zu. Und geb dir einen Kussvorrat für die Nacht mit ins Kissen. Und als ich die Tür einen Spalt offen lasse und den ersten Schritt in mein anderes Leben mache, merke ich erst, wie gern ich morgen da sein möchte. Und wie schlimm es wäre, wenn ich es mal nicht mehr sein könnte. Manchmal tagsüber oder auch im Dunkeln, wenn du nicht da bist oder schläfst, vergesse ich dich. Dann leb ich fast wie früher, bevor es dich gab, nur vor mich für mich hin. Dann höre ich laute Musik und mache mich hart für den Tag. Stacheln züchten für den Nahkampf. Dann balge ich mich mit den anderen um die dicken Knochen im Fressnapf, als wären wir für ewig junge Hunde. Dann kletter ich riesige Hürdenberge hoch, oder Hügel, mit nur einer Hand und schaue nicht nach unten. Und während ich über dem Abgrund hänge zeig ich mit der freien Hand denen den Mittelfinger, die von unten hochschreien, dass ich nicht für den Gipfel gemacht sei. Dann sag ich manchmal, dass ich die anderen beneide um das Freisein und die freie Wahl des Weges zu jeder Uhrzeit. Dann erinnere ich mich an früher und höre die Wölfe heulen in den Wüsten hinter mir. Und dann geh ich abends weg und vergesse dich für ein paar Stunden und trinke das Leben in Flaschen mit dicken Bäuchen von schönen Barfrauen. Dann kann mir nichts etwas anhaben. Dann sollen die ruhig alle kommen und mich können. Ich hab für jeden eine Faust übrig, denk ich. Und dann seh ich in der Tram spät abends auf den schwankenden Planken meines Heimweges ein kleines Mädchen, das am warmen Atem seiner Mutter hängt und schläft mit geballten Fäusten vor Anstrengung. Und in meinen Augen löst sich das Salz der vielen Stunden, die mich wie die Brandung langsam rund ausspülen. Dann mach ich mir nichts mehr vor. Dann weiß ich: Als ich dich gemacht habe, hab ich mir mein altes Leben genommen. Bei vollem Bewusstsein. Und ein neues bekommen. [...]" Auszug aus dem Text "Verwundbar" (S. 129 - 131) |
| DOWNLOADS |
| Kostenlose LESEPROBE "Schöner Irrsinn" von Felix W 35 Seiten mit 5 repräsentativen Texten aus dem Buch "Schöner Irrsinn Die Ahnung von der Unvollkommenheit" |
Zurück zur letzten Seite gelangen Sie über die Back- bzw. Zurück-Schaltfläche Ihres Browsers.