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| INFORMATIONEN | |
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Sommer Stück Berlin - Sebastian Lühn, Enrico Keydel (Hrsg.)(worthandel : verlag) ISBN-13: 978-3-935259-12-5 Referenz-Nr.: SP-381-1098 Preis: 13,80 EUR inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten Verfügbarkeit: Lieferbar Lieferzeit: keine Angabe Zum Merkzettel hinzufügen Produkt weiterempfehlen Produktanfrage an den Aussteller senden Bestellung direkt beim worthandel : verlag Mehr über: Sebastian Lühn, Enrico Keydel Mehr von: worthandel : verlag Mehr in Produktgruppe: Buch Mehr aus Kategorie(n): Belletristik, Popkultur, Kinder- und Jugend |
| BESCHREIBUNG |
| Wir tranken unser Bier schnell. Katze kletterte durch die geleerten Pizzakartons auf dem Boden und kaute die angeklebten Käsereste aus der Pappe. Paula fütterte Katze genauso unregelmäßig wie sie die Post sortierte. Und weil wir wenig Anschluss an unsere Gegenwarten fanden, redeten wir über früher, lästerten über ehemalige Freunde und das langweilige Leben, das wir ihnen heute andichteten. |
| LESEPROBE |
| Zwischen Paula und mir hatte sich nie etwas entwickelt, nichts, das unsere Beziehung auf eine andere Ebene hätte bringen können. Nie hatten wir mehr Gefühle füreinander, als die, die schon an sich so schwierig zu definieren waren. Die wir stets freundschaftlich nannten, obwohl wir wussten, dass es das nicht wirklich traf. Standen wir doch in anderer Verbindung zueinander, waren wir viel mehr ein politischer Pakt, Verbündete, Kämpfer für ein gemeinsames Ziel, solidarisiert, kooperierend. Mitglieder einer Splitterpartei, einer Minderheit, zur Gemeinschaft verbannt. [...] Wir überraschten uns nicht mit kleinen Geschenken, wir steckten uns keine Zettel mit lieben Worten zu. Gemeinsame Interessen gab es kaum, Geschmäcker waren verschieden. Wir mussten darum gewusst haben, doch thematisierten wir es nie. Es waren die Umstände, die uns zusammenbrachten, und es waren die Umstände, die uns zusammenhielten. Hin und wieder fand Paula Worte für uns, ganz nebenbei, nahezu bedeutungslos dahingesagt. Seelenverwandte nannte sie uns ein Mal, ein temporäres Arrangement ein anderes Mal. So viel wir uns auch eine Zukunft erhofften, so oft wir von der Freiheit sprachen, nach der wir gierten, nie planten wir diese gemeinsam. Und nie war uns dies wirklich bewusst. Ein unterbewusstes, stillschweigendes Abkommen. Doch es gab die Zeit, ein paar Tage vielleicht, vermutlich jedoch nur Stunden, in denen ich mich leise fragte, ob da noch etwas anderes war, zwischen Paula und mir... |
| PRESSE |
| Immer wieder schweift die Geschichte aus den Erlebnissen von heute zu den Träumen von gestern. Mit nostalgischer Erinnerung hat das hier nichts zu tun, eher schon mit der Frage, was es so mit sich bringt, das endgültige, heute angeblich so lang wie möglich hinausgezögerte Erwachsenwerden; wenn die Zeit der Sehnsüchte, die man oft noch nicht einmal genau benennen kann, der Einsicht weicht, dass deren Erfüllung bisweilen nicht halb so schön ist. Lühns Erzählung lebt von seinem Talent, Stimmungen zu beschreiben: der aufgekratzte Hype, wie er Nacht für Nacht in Berlin zelebriert wird, die verschwörerische Leichtigkeit der vergangenen Jugend. Dass der 30-Jährige schreiben kann, ist freilich keine Überraschung, er war vor nicht allzulanger Zeit Praktikant dieser Zeitung... Was mag aus Ich und Paula werden? Wer weiß das schon. Komischerweise aber hat man das schöne Gefühl, dass man sich um diese Freundschaft keine Sorgen zu machen braucht. Tamara Dotterweich, Nürnberger Zeitung, 25.07.09 |
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