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Herzlich Willkommen auf unserem virtuellen Messestand auf www.smallpress.de. Nachfolgend finden Sie hier unsere Informationen, Produkte und Leistungen übersichtlich dargestellt.

INFORMATIONEN

Zeitschrift Lichtwolf


Herr Timotheus Schneidegger


Süderdeichstraße 6
26506 Norden
Tel.: 04931 9300-976
Fax: 04931 9300-967
Homepage: www.lichtwolf.de

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Zeitschrift Lichtwolf


PROFIL
Der Name "Lichtwolf" ist programmatisch zusammengesetzt aus dem Heideggerschen Begriff für das Ereignis der Wahrheit ("Lichtung") - und "Leitwolf". Das Zentrum des Lichtwolf liegt bei der (Freiburger) Philosophie, die Beiträge stammen jedoch nicht allein von (Philosophie)Studenten aus Freiburg, sondern von jungen Autoren mit unterschiedlichen Geschlechtern, Lebensläufen, Interessen und Wohnorten.
Der Lichtwolf ist oberflächlich betrachtet eine studentische Zeitschrift. Besonders in geisteswissenschaftlichen Kreisen scheint es sich zu gehören, früher oder später eine hochschulzugangsberechtigte Schülerzeitung zu "machen". Aus dieser Tradition ist der Lichtwolf auch entstanden. Der Blick in die Hefte zeigt: Seine betont anachronistische Gestaltung zeichnet ihn vor anderen aus. Neben dem angeblich philosophischen hat der Lichtwolf einen gleich starken schriftstellerischen Anspruch, der jedoch nicht weniger essayistischen Charakter hat.
Allen Beiträgen ist ein kritischer Grundton gemeinsam, der sie dort über blumig-pathetische Schilderungen erhebt, wo allein die Form das nicht schon längst getan hat. Der Lichtwolf betreibt kritische, auf den Ethos gerichtete Phänomenologie. Er kann und will sein scheinbares Versprechen, eine Philosophie-Zeitschrift zu sein, nicht einlösen, doch seinem Namen macht er alle Ehre: Wo andere bloß eine Lichtung hinpacken und sich im Solarium der Erkenntnis grillen, macht der Lichtwolf nicht halt. Aufklärung ist kein idyllischer Vorgang wie Märchenvorlesen am Kaminfeuer. Aufklärung ist für alle Beteiligten unerfreulich. Sie hat etwas von medizinischen Vorgängen wie Lebertran-Schlucken oder Zähne-Ziehen.

Der Lichtwolf ist insofern eine klassische Kulturzeitschrift, als er das Politische aus der Ethik heraus begreift und diese wiederum als mit der Ästhetik eng verwoben. Der Lichtwolf bricht jedoch mit dem traditionellen Kulturbegriff, indem er dem bürgerlichen Habitus offensiv eine Intellektualität entgegensetzt, die mit jugendlichem Übermut kurzgeschlossen ist und der Punk-Bewegung so nah und fern steht wie dem Bildungsbürgertum.

Wer sich ein positives Programm ("Was wir wollen" statt "Was wir nicht wollen") gibt, bindet sich und macht sich angreifbar. Wenn Satirezeitschriften zögern, sich ein solches zu geben, liegt das daran, dass einem solchen Programm die jämmerliche Aura anhaftet, die die Erklärung der Pointe eines brillanten Witzes besitzt. Der Lichtwolf ist jedoch keine Satirezeitschrift (er bedient sich lediglich, wo notwendig, der Satire), darum nur dies: Der Lichtwolf nimmt Teil am Krieg gegen die Ignoranz, zu dem der Kampf gegen die Dummheit erweitert werden mußte. Er ist darin keineswegs selbst ein Kombattant, sondern unterstützt diejenigen, die diesen Krieg in und mit ihren Leben austragen, namentlich die Leser und Schreiber des Lichtwolf. Nicht mehr, aber auch nicht weniger kann er leisten als das. Der Lichtwolf hat sich nie (ernsthaft) ein Programm gegeben, das andernorts oft genug aus nichts als wohlfeilen Phrasen besteht, sondern sich und seine Mitarbeiter stets vor inhaltlichen oder formalen Fesseln bewahrt.

Wer in solcher Wortwahl einen Moralismus wittert, der nicht zum anarchisch-nihilistischen Eindruck des Lichtwolf passen will, liegt ganz richtig. Auch ohne einen ausdrücklichen Wertekodex, der - wie manches Programm - oft nur Lippenbekenntnis bleibt, wissen sich die Autoren des Lichtwolf der Aufklärung verpflichtet und der Skepsis gegen die Aufklärung selbst. Einen politischen Bekenntniszwang gibt es beim Lichtwolf nicht, einzig den unausgesprochenen Konsens, dass der freie Dialog immer und überall gegen Lüge, Obskurantismus und Schweigen verteidigt und erkämpft werden muß. Die politischen Kommentare im Lichtwolf lassen sich, wie die wenigen ernsthaften und der Sache angemessenen politischen Kommentare unserer Zeit überhaupt, nicht eindeutig links oder rechts verorten.

Die Autoren und der Herausgeber sind allesamt "Privatleute", wie man das so nennt. Da der Lichtwolf sich nie in den Dienst nehmen ließ, sondern sich stets trotz aller Härten seine Freiheit und Unabhängigkeit bewahrt hat, kann auch seine Leserschaft nicht einfach festgelegt werden. Bei der kleinen Auflage des Lichtwolf kommt man nur zufällig zum Lichtwolf. Wer als Leser dabei bleibt, zeichnet sich oft durch das aus, was auch den Lichtwolf charakterisiert: Einzigartigkeit bis hin zur Verschrobenheit, Aufrichtigkeit bis hin zur Selbstgefährdung, Gerechtigkeitssinn bis hin zur Misanthropie, und die Auffassung, dem Hergebrachten am meisten Respekt zu zollen, indem man es herausfordert und sich daran misst.

In den Lichtwolf schaffen es nur Texte, denen anzumerken ist, dass sie geschrieben werden mussten, obwohl sie nicht dem Zeitgeist gehorchen. So schreiben und zeichnen für den Lichtwolf alle, die zu "Smells like Teen Spirit" für andere Publikationen sind. Es sind Leute, die auf dem "Markt" keine Chance haben und das nicht aufgrund ihres mangelnden Talents; sie lassen sich schlecht verkaufen, weil sie sich nicht verkaufen.

"Trotz" wird bei uns großgeschrieben, denn der Lichtwolf widerlegt seit 2002 zum einen das Ende von Philosophie, Kunst und Geschichte, zum anderen den modernen Aberglauben, es sei unmöglich, ohne Beziehungen oder Willen zum Mehrwert etwas ansehnliches auf die Beine zu stellen.

Der Lichtwolf ist keine akademische Zeitschrift, obwohl die meisten seiner Leser und nahezu alle seine Autoren eine akademische Ausbildung haben oder gegenwärtig das erleiden, was Hochschullehrerschaft und Ausbildungsministerien an Stelle des praktizierten Humboldtschen Geistes gesetzt haben. An Stelle eines ranschmeißerischen oder elitären Tons herrscht im Lichtwolf ein gehobener Stil, der herausfordert, auch weil er immer wieder gebrochen wird. Aus diesem Grund wendet er sich an ein kenntnisreiches, aufgeschlossenes, gebildetes aber eben unverbildetes Publikum jeden Alters, das Textsorten zu erkennen, sowie Anspielungen und Pointen zu verstehen vermag.

In der Form des Lichtwolf vereinen sich Trash mit Hochkultur, Antiquariat mit Informationszeitalter, der Widerspruch zwischen Form und Inhalt wird auf die Spitze getrieben: Der Lichtwolf scheut sich nicht, sein hohes inhaltliches Niveau in einen Gegensatz zu seiner überholten Form zu stellen.

Für den Leser wiederum heißt das, auch er muss sich Zeit nehmen, weil er ein fast vollständig verdrängtes Gut vor sich hat: Texte und Zeichnungen, für die sich jemand viel, viel Zeit genommen und Mühe gemacht hat. So wird der Lichtwolf nicht durchgeblättert und weggeworfen, sondern gelesen und aufgehoben, um bei Zeiten wieder hervorgeholt zu werden und aufs Neue ein Lächeln darüber zu wecken, mit dieser Zeitschrift wirklich etwas außergewöhnliches zu haben, das sich nicht bloß als anders ausgibt, sondern mit bitterer Konsequenz anders ist.


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